Japan in Berlin

Japan ist sehr weit weg.
Ein bisschen Japan gibt es jedoch auch in Berlin!
Ich zeige Ihnen, wo.
Dass es in Berlin soviel Japan gibt, liegt daran, dass - nach Düsseldorf - in Berlin die meisten Japaner/innen in Deutschland leben.
Dieses Shinto-Schrein-Tor (Torii) z.B. befindet sich im interreligiösen Garten des Gutshofs Gatow, Buchwaldzeile 45, Berlin-Spandau.
Wer in der Gegend ist, kann sich da ja mal anschauen - der Garten ist durchaus sehenswert.
Eine japanische buddhistische Tempelglocke in Berlin?

Chiyoji Nakagawa hat den Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 überlebt.
Mit seinen Freunden sammelte er Münzen aus vielen Ländern, die dann mit Metall-trümmern aus Hiroshima verschmolzen und zu Weltfriedensglocken gegossen wurden. Diese Glocken sind wie die Glocken buddhistischer Tempel in Japan gestaltet: Große Bronzeglocken, die mit einem dicken Stamm angestoßen werden und dunkel klingen.
1954 bekamen die Vereinten Nationen in New York die erste Weltfriedenglocke geschenkt. 1982 gründete Chiyoji Nakagawa die World Peace Bell Association, die bislang 20 Friedenglocken an viele Städte verschenkte.
1988 trug die World Peace Bell Association an den Botschafter der DDR in Japan die Bitte heran, zum 50. Jahrestags des Beginns des Zweiten Weltkriegs auch in Berlin eine solche Glocke aufstellen zu dürfen. Der Magistrat von Ost-Berlin stimmte zu und wählte als Ort für die Glocke den großen Teich im Volkspark Friedrichshain.
Der Architekt Klaus Weija entwarf den Pavillon im japanischen Stil, der Kunstschmied Wilfried Schuchow errichtete das Kupferdach und montierte die Glocke.
Die Bronzeglocke ist 1 m hoch, hat einen Durchmesser von 60 cm und ein Gewicht von 365 kg. Sie trägt die Inschrift "Weltfrieden".
Am 1. September 1989 wurde der Glockentempel eingeweiht.
Jedes Jahr findet dort am 6. August, dem Tag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, eine Gedenkveranstaltung statt.
Wo ist der japanische Zen-Garten?

Natürlich in den "Gärten der Welt" in Berlin-Marzahn!
Der sog. Garten des zusammenfließenden Wassers wurde im April 2003 eröffnet und umfasst eine
Fläche von 2.700 qm. Er entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin - Tokyo. Der Trockengarten aus gerechten Kieselflächen und bemoosten Steininseln dient der Zen-Meditation. Auch ein
Wasserfall und ein Teehaus gehören dazu.
Hanami in Berlin - Japanisches
Kirschblütenfest

Diese japanischen Kirschbäume wurden 1998 von Bürger/innen Japans an die Stadt Berlin gespendet, "aus Freude über die Vereinigung unseres Volkes", wie es auf dem dazugehörigen Gedenkstein steht. Die Bäume befinden sich auf einem Abschnitt des Berliner Mauerwegs zwischen Bösebrücke (S-Bahnhof Bornholmer Straße) und Grüntaler Straße. Man kann sie bequem über eine Steintreppe am
Platz des 9. November 1989 erreichen. Zur Blütezeit glaubt man, in Japan zu sein.
"Hanami" ist das japanische Wort für (Kirsch)blütenschau. In Japan geht man unter den blühenden Kirschbäumen spazieren und macht dort Picknick. Die japanische Kirschblüte heißt Sakura. Hier das berühmte Volkslied Sakura, Sakura, mit Text und Übersetzung.
Die Kirschblüte ist bei uns in Mitteleuropa zwischen Mitte April und Mitte Mai, aber nur ca. 2 Wochen. Deshalb gilt sie auch als ein Symbol der Vergänglichkeit. In
Japan ist sie früher, im März/April.
Hanami mit japanischem Kultur-Programm fand zwischen 2001 und ca. 2019 jedes Jahr auf der TV-Asahi-Kirschblütenallee zwischen Berlin-Lichterfelde und der Gemeinde Teltow in Brandenburg. Hier blühen seit 1990 inzwischen über 1.000 japanische Kirschbäume auf dem ehemaligen Mauerstreifen. Leider gibt es dieses Kulturprogramm inzwischen nicht mehr.
Der japanische Fernsehsender TV Asahi hatte nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 zu Spenden für die Anpfanzung japanischer Kirschbäume im ehemaligen Mauerstreifen rund um Berlin aufgerufen. Nähere Informationen zu den entsprechenden Orten in Berlin und Brandenburg finden sich unter dem Stichwort Sakura-Campaign.
Japanische Studentenbude
aus der Gründerzeit
1869 beschloss Japan offiziell, sich an der deutschen Medizin zu orientieren. In diesem Zusammenhang
unterrichteten deutsche Militärärzte in Tokyo Studenten.
Ab 1870 studierten Japaner in Deutschland Medizin - Voraussetzung für eine Karriere als Arzt in Japan.
Einer dieser Studenten war Mori Ogai (1862 - 1922).
1884 - 1888 studierte er Hygiene und Militär-sanitätswesen in Leipzig, Dresden, München und Berlin.
Der Medizinstudent Ogai befasste sich außerdem intensiv mit deutscher Literatur.
In Japan schrieb er drei Bücher, in denen er seine Eindrücke aus Deutschland verarbeitete. Danach übersetzte er Werke von Goethe, Schiller, Lessing, Heine und Kleist ins Japanische.
In seiner Berliner Studentenzeit hat Mori Ogai unter anderem in der Luisenstr. 39 zur Untermiete
gewohnt. Dort befindet sich heute die Mori
Ogai-Gedenkstätte. Charlotte von Mahlsdorf hat dafür gesorgt, dass das Gedenkzimmer mit Berliner Gründerzeitmöbeln ausgestattet wurde, so dass man sehen kann, wie
der japanische Student dort lebte.
Viele Tourist/innen aus Japan statten der Gedenkstätte einen Besuch ab.
Wo ist dieses japanische Haus?
1985 wurde das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (JDZB) gegründet.
Es soll dazu dienen, die japanisch-deutsche Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wissenschaft und Kultur zu fördern und zu vertiefen.
Das JDZB bietet kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, Japanischkurse und jeden Sommer einen Tag der offenen Tür, mit Japan-Schnupperkursen, Kalli-graphieunterricht, Ikebana-Ausstellung, Musikabend und japanischen Spezialitäten. Das JDZB befindet sich in der Saargmünder Str. 2 in Berlin-Dahlem.
Japans Ritter des Mittelalters
waren gut ausgerüstet:
Rüstungen, Helme, Masken, Schwerter und Fächer von Heeresführern und Landesfürsten zeigt seit 2017 das
SAMURAI ART MUSEUM.
Es befand sich zuerst in der Clayallee 225 d, ebenfalls in Berlin-Dahlem.
2022 hat es in der Auguststraße 68 in Berlin-Mitte neu eröffnet.
Japanmarkt Berlin
Seit 2018 gibt es den Japanmarkt Berlin.
Es ist ein Kunst- und Designmarkt, auf dem man Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus Japan kaufen sowie japanische Spezialitäten probieren kann.
Außerdem gibt es ein Kulturprogramm mit der Vorführung von traditionellen und modernen japanischen Künsten sowie Workshops dazu.
Der Japanmarkt Berlin findet statt im Festsaal Kreuzberg,
Am Flutgraben 2, 12435 Berlin.
Die aktuellen Termine finden sich hier:
www.moijmomente.de/japanmarkt-berlin
Das JapanFestival, das von 2010 bis 2020 in der Urania stattfand und ebenfalls ein solches Kulturprogramm sowie einen großen Markt an japanischen Waren angeboten hatte, konnte dort leider die Räumlichkeiten dort nicht mehr im gewohnten Umfang nutzen. Das JapanFestival wurde daher von den Veranstaltern aufgegeben.
Einen Artikel dazu gibt es hier. Schade!

Immer mal wieder Japan-Kultur ...
In manchen Jahren finden in Berlin Vorführungen von traditionellem Kabuki- oder No-Theater statt, so z.B. im Haus der Kulturen der Welt, aber auch im Samurai-Museum.
Auch Butoh-Tanz wird ab und an gezeigt.
In Museen werden Kimonoausstellungen oder Teezeremonien angeboten.
Manchmal treten japanische Bands auf.
Man muss nur ein bisschen die Augen offen halten - oder im Internet danach suchen!
In fast jedem Jahr gibt es bei den Schönen Kiezmomenten eine Japan-Veranstaltung mit freiem Eintritt!
Sie wird natürlich im Veranstaltungskalender angekündigt. Wenn Sie eine Einladung erhalten wollen, lassen Sie sich doch einfach über das Kontaktformular in meinen
E-Mail-Verteiler aufnehmen.
Die Japanische Botschaft in Berlin
In der japanischen Botschaft gibt es immer wieder jede Menge interessante Veranstaltungen zu Japan: https://www.de.emb-japan.go.jp/itpr_de/kultur_berlin.html
Sie befindet sich in Berlin-Mitte: Hiroshimastraße 6.
Japan beim Karneval der Kulturen
Bei traditionellen Volksfesten in Japan wird die Gottheit des lokalen Shinto-Schreins in einem tragbaren Schrein von jungen Menschen in einer Prozession durch die Straße getragen. So ein tragbarer Shinto-Schrein heißt Mikoshi.
Seit 2016 ist auch beim Umzug des Karnevals der Kulturen an Pfingsten ein echter Mikoshi mit dabei. Er wiegt knapp 300 kg und wird von 30 bis 40 Menschen getragen. Viele junge Japaner/innen aus Berlin beteiligen sich daran.
Jede/r kann dabei mitmachen!
Organisiert wird dieser Programmpunkt des Karnevals der Kulturen vom Verein Kashiwa-ren. Wer mitmachen möchte, nimmt bitte Kontakt zu dieser Organisation auf.
Japanisch essen!
Sushi gibt es inzwischen in Berlin bald an jeder Ecke.
Der nächste Sushi-Lieferdienst zum Soldiner Kiez ist Yoko-Sushi, in Pankow, Wollankstr. 13, 13187 Berlin,
Tel. 030 / 49 91 52 70,
Öffnungszeiten: 11:30 - 21:30 Uhr.
Wer mehr von der japanischen Küche erleben möchte, ist gut aufgehoben im Restaurant Udagawa. Sie haben ein kleines Imbiss-Lokal in der Kantstr. 118 in Berlin-Charlottenburg und ein richtiges Restaurant in der Feuerbachstr. 24 in Berlin-Friedenau.
Wer eine preisgünstige Möglichkeit sucht, mal in die japanische Küche reinzu-schnuppern, dem sei das Ishin empfohlen, das in Berlin mit mehreren Filialen vertreten ist.
Japanische Bäckerei
Unter dem Namen "kame" - Schildkröte, ein japanisches Symbol für ein langes Leben, hat inzwischen in Berlin eine japanische Bäckerei eröffnet.
Sie bietet herzhaftes und süßes japanisches Gebäck an, dazu natürlich schaumigen Matcha-Tee.
Kame hat seinen Standort in der Leibnizstr. 45, 10629 Berlin-Charlottenburg.

Japanische Artikel einkaufen!
Sehr schöne und qualitativ hochwertige Sachen zu guten Preisen bietet der Online-Shop www.japancom.de.
Japanische Antiquitäten im Angebot
hat Maki Kawatsura online-Shop Enishi.
Eine gute Auswahl an echtem japanischen Grüntee (Sencha und Macha) bietet der Teeladen Chaya im Bikini-Haus, 1.OG, Budapester Str. 38-50. Dort gibt es z.B. den qualitativ hochwertigen Hoshino-Matcha und sämtliches nötiges Zubehör für die japanische Teezeremonie - und das ohne Versandkosten!
Hier eine Übersicht über die Produkte und andere Angebote von Chaya.
Für Fans von Manga und Animé ist der J-Store, Kantstr. 125 in Berlin-Charlottenburg die richtige Adresse.
Der nächste Laden zum Soldiner Kiez, wo man japanische Lebensmittel in größerer Auswahl einkaufen kann, ist der Vinh-Loi Asia-Supermarkt,
Müllerstr. 141, 13353 Berlin-Wedding, im EG vom Cittipoint, Nähe U-Bahnhaltestelle Seestraße. Einige Sachen gibt es auch im Asia-Laden im U-Bahnhof Osloer Straße, Berlin-Gesundbrunnen, z.B. Sake (Reiswein), Wasabi (scharfe grüne Meerrettichpaste) und Mochi (gefüllte Reiskuchen).
Zu empfehlen sind auch die Filialen von Go Asia in Berlin - und ganz besonders das Japan Plaza in den S-Bahnbögen hinter dem Alex! In diesem Supermarkt mit angeschlossenem Bistro gibt es ausschließlkich japanische Lebensmittel frisch und in großer Auswahl!
Japan Plaza: Rochstr. 14e, 10178 Berlin.
Viel Spaß in Japan in Berlin!
wünscht Diana Schaal
Ein bisschen Japan gibt es auch im Berliner Umland, so in Ferch am Schwielowsee, hinter Potsdam:
Japanischer Bonsaigarten
Der Garten ist nicht groß, aber sehr schön gestaltet, mit Teehaus, Koi-Karpfenteich, Bäumen und Büschen, die im Stil eines japanischen Gartens angelegt sind.
Man kann dort japanischen Tee trinken und den ruhevollen, exotischen Zauber des Gartens auf sich wirken lassen. Viele z. T. sehr alte Bonsai-Bäume sind aufgestellt, und stehen teilweise zum Verkauf.
Ab und an gibt es dort spezielle Japan-Veranstaltungen.
Japanischer Bonsaigarten Ferch
So kommt man hin.
Schöne Momente im Kiez

