Panke-Spaziergang nach Norden

 

Die Panke

 

Durch Berlin fließt immer noch die Spree – und durch den Soldiner Kiez fließt immer noch die Panke. Der Name ist slawisch und bedeutet "Fluss mit Strudeln".

Heute ist die einst so wilde Panke mit Spundwänden und Überlaufbecken "gezähmt", so dass Hochwasser keinen Schaden mehr anrichten können.

 

Die Panke entspringt bei der kleinen Stadt Bernau in Brandenburg und mündet beim Schiffsbauer Damm in die Spree.

 

Sie ist knapp 30 km lang, und davon befinden sich etwas über 20 km auf Berliner Stadtgebiet.

 

Nach der Wende entstand der Panke-Wanderweg, und dieser ist Teil des Radfernwegs Berlin-Usedom. Man kann die 22 km vom Soldiner Kiez bis nach Bernau mit dem Rad fahren.

 

König Friedrich I. von Preußen (1675 – 1713), der Großvater von Friedrich dem Großen, ließ 1704 den sog. Schönhauser Graben anlegen, der von der Spree auf das Flussbett der Panke trifft. Damit schuf er eine Wasserstraße zwischen dem Schloss Charlottenburg und dem Schloss Schönhausen.

 

Die Panke hat damit eigentlich zwei Mündungen:

Ab der Schulzendorfer Straße fließt die sog. Südpanke in Rohren durch die Stadt bis zur Mündung in die Spree am Schiffbauer Damm. Der offen liegende Teil der Panke wird durch den Schönhauser Graben geleitet und mündet am Nordufer in den heutigen Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, der ebenfalls eine Verbindung zur Spree hat.

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Mit der Industrialisierung Ende des

19. Jahrhunderts wurde die Panke vor allem im Wedding als Abwasserkanal für Industrie-betriebe genutzt, insbesondere von Gerbe-reien.

 

Im Gebiet des Soldiner Kiezes gab es direkt an der Panke z.B. die Lederfabrik Römer (heute Kita Villa Römer), die Hutfabrik Gattel (heute PA 58) und eine Leimsiederei in der oberen Koloniestraße (beim Kolonistenhaus).

 

Der daraus entstehende Gestank führte zum Spitznahmen „Stinke-Panke“.

 

Naherholung im Soldiner Kiez und darüber hinaus

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

In den 50er Jahren hat man mit Geldern des Marschallplans den Panke-Grünzug geschaffen.

 

Damit wurde der frühere Abwasserkanal zum Naherholungsgebiet im Wedding.

 

Für das Projekt eingesetzt hatte sich der damalige SPD-Baustadtrat

Walter Nicklitz (1911 – 1989).

 

Ihm zu Ehren wurde der Weg entlang

des Panke-Grünzugs Walter-Nicklitz-Promenade genannt.

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Die Panke ist heute ein wichtiges Naherho-lungsgebiet für die Bewohner/innen des Soldiner Kiezes.

 

Wir blicken hier auf die Soldiner Brücke, vom östlichen Ufer der Panke aus gesehen.

 

Anfang des Jahrtausends hatte man die östliche Uferpromenade zwischen Soldiner Brücke und Gotenburger Steg neu gestaltet, mit Bepflanzung, Liegewiese und einem Kinderspielplatz. (Stadtplanausschnitt)

 

Für die Kleinen im Soldiner Kiez gibt es sechs Spielplätze an der Panke, davon zwei Abenteuerspielplätze: Panketal und den Abenteuerspielplatz Panke.

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

 

Wir gehen von der Soldiner Brücke aus entgegen der Fließrichtung der Panke am Ufer entlang bis zur S-Bahn-Brücke.

 

Achtung: Der Weg ist nur auf dem östlichen Ufer durchgängig.

 

Das westliche Ufer ist von Schrebergärten bebaut.

 

Man kommt vom westlichen Ufer auf die andere Flußseite, wenn man diese Holzbrücke überquert.

 

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Links im Bild sehen wir die Panke im nördlichen Soldiner Kiez.

 

Wir kommen vorbei am sog. Franzosenbecken, das angelegt wurde, um bei Hochwasser der Panke Überschwemmungen zu verhindern.

 

Das Becken ist heute ein wichtiges Biotop für Pflanzen und Tiere - es sollte daher nicht betreten werden.

 

Benannt ist es nach dem kleinen Französischen Friedhof, der sich zwischen dem Becken und der Wollankstraße befindet.

Das Franzosenbecken  © Sinhue20
Das Franzosenbecken © Sinhue20

Hier wurden früher Hugenotten bestattet - Protestanten, die den strengen Lehren des Schweizers Calvin folgten. Mit dem Edikt von Potsdam hatte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1685 Hugenotten aus Frankreich erlaubt, sich in seinem Gebiet anzusiedeln, da sie in ihrem katholischen Heimatland politisch verfolgt wurden. 

 

Am Ende des Weges biegt man rechts in die Nordbahnstraße ein, bis zur Unter-führung unter der S-Bahntrasse.

 

Wenn wir unter der S-Bahnbrücke durch gekommen sind, stehen wir in Pankow.

Da ist der Ort, wo - gemäß dem Berliner Volkslied - sich Bolle „janz köstlich amüsiert“.

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Pankow war bis 1989 noch DDR-Gebiet!

 

Werfen wir einen Blick auf den Boden:

Auf dem Pflaster ist mit großen Pflaster-steinen und einer Metallplatte der Verlauf der Berliner Mauer eingezeichnet.

Nach rechts entlang des S-Bahn-Rings führt der Berliner Mauerweg durch eine Kirschbaumallee zur Wollankstraße. Die Kirschbäume bekam Berlin nach der Wiedervereinigung von Japan geschenkt.

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Kurz hinter S-Bahn-Brücke befindet sich an der Ecke Wilhelm Kuhr-Str. / Schulzestr. das Restaurant Mirabelle mit einer schönen Terrasse nach Westen. Man kann hier den Sonnen-untergang genießen. (Stadtplanausschnitt)

 

Durch die Pankewiesen guckt das Dach mit Türmchen vom Kinderbauernhof Pinke Panke.

Hier können Stadtkinder Kontakt zu Tieren pflegen und spielerisch etwas über Naturschutz lernen. (Stadtplanausschnitt)

 

Hinter der Mirabelle kreuzt die Straße „Am Bürgerpark", und links geht es zum Kinder-bauernhof.

 

Der Weg, der auf der rechten Seite der Straße "Am Bürgerpark" am Pankower Friedhof vorbeiführt, war einst ein Kolonnenweg der Berliner Mauer. Die harmlos aussehenden Straßenlaternen, die hier stehen, sind 18 Peitschenlampen des ehemaligen Todesstreifens - das längste noch erhaltene Stück der ehemaligen Lichttrasse an der Berliner Mauer. (Stadtplanausschnitt mit Google View).

 

© Diana Schaal
© Diana Schaal

Folgen wir dem Weg entlang der Panke, kommen wir zum Bürgerpark Pankow. (Stadtplanausschnitt)

 

Er bietet eine Liegewiese, einen Rosengarten, Ziegengehege, Vogel-Volieren und ein Café mit Terrasse. Die kleine Parkbibliothek ist leider  inzwischen geschlossen. Auf dem Bild rechts sehen wir den Pavillon vom Rosengarten. Direkt dahinter fließt die Panke vorbei.

 

Wer Lust hat, kann noch bis zum Schloss Schönhausen spazieren.

 

Man geht dazu links hinter dem Eingangstor vom Bürgerpark durch den kleinen Friedhof. An seinem Ende überquert man die Hauptstraße, wo man links sehen kann, wie die Panke hinter den Häusern der Parkstraße verschwindet. Man biegt rechts in die Parkstraße ein.

 

An ihrem Ende kommt man zum Schlosspark. (Stadtplanausschnitt)

 

Und hier kommt die Panke wieder zum Vorschein! Sie schlängelt sich durch den Schlosspark. 

Im Schloss Schönhausen lebte einst Königin Elisabeth Christine von Preußen, die Frau von Friedrich dem Großen. In der DDR diente das Schloss als Sitz des Präsidenten und Unterkunft für hohe Staatsgäste. Man kann heute dort Räume aus der Zeit von Königin Elisabeth Christine, das Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck sowie Wohnungen für hohen DDR-Staatsbesuch besichtigen. Sonntags gibt es Konzerte. (Stadtplanausschnitt) 

Schloss Schönhausen in Winterstimmung  © A. Fiedler
Schloss Schönhausen in Winterstimmung © A. Fiedler

Sie können den ganzen Weg entlang der Panke nach Norden auf der Karte hier nachvollziehen.

Wie zurück in den Soldiner Kiez?

 

Vom Schloßpark führt die Ossietzkystraße nach Süden und trifft hier auf die Breite Straße. Von dort kann man mit dem Bus 255 in den Soldiner Kiez zurückfahren. (Stadtplananausschnitt)

© Marlene Jachmann
© Marlene Jachmann

 

Sehr empfehlenswert ist das Faltblatt mit Panke-Karte von Birgit Bogners art.e.m-Grünprojekt, mit Zeichnungen der Kiezkünstlerin Marlene Jachmann.

 
Sie können sich das Faltblatt hier herunterladen:

Panke-Naturerlebnis-Folder-Soldiner-Kiez
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